flausen+ Bundesnetzwerk

 

 

Seit 2018 sind wir Mitglied im flausen+-bundesnetzwerk freier Theater. 28 freie Theater arbeiten bundesweit gemeinsam daran, die Lage der Freien Darstellenden Künste zu verbessern: https://flausen.plus/bundesnetzwerk/

Jedes Jahr werden flausen+stipendien an freie KünstlerInnen vergeben, die Freiraum bieten für szenische Forschung jenseits von Produktionslogik und Zeitdruck. Von Mitte Juli bis Mitte August 2021 durften wir unsere ersten StipendiatInnen begrüßen: die RADIKALEN NON-VERBALEN forschten 4 Wochen bei uns im Haus! 
 
Für das Förderprogramm #TakeCareResidenzen kooperiert das Sensemble über das flausen+-Netzwerk mit dem Fonds Darstellende Künste, um freischaffende KünstlerInnen zu unterstützen. #TakeCareResidenzen hat zum Ziel, ausgewählte, frei produzierende KünstlerInnen und Gruppen, die durch die Covid-19 Pandemie und die Einschränkungen im kulturellen Sektor existenziell betroffen sind, für jeweils mindestens 2 Monate zu begleiten und zu stärken.
 
Wir freuen uns sehr, dass wir so 12 KünstlerInnen der freien Szene unterstützen können!

flausen+Stipendium

RADIKALE NON-VERBALE

stipendiat:innen
MFK Bochum + Guest


Franziska Irina Schneeberger, Katarína Marková, Marlene Ruther und Anna-Sofie Lugmeier

Performative Zusammenarbeit ohne ein Wort? Zu keinem Zeitpunkt der 4 Wochen soll lautsprachlich oder schriftlich (miteinander) über die Arbeit reflektiert werden. Beschreibung und Kritik künstlerischer Prozesse läuft meist über verbale Kommunikation ab, aber was, wenn dieser ständigen Übersetzung in Sprache eine radikale Pause entgegnet wird? Wie sieht eine rein audiovisuelle und körpersprachliche Proben- und Arbeitspraxis aus?

Die Bühne bzw. der Theaterraum wird für den Zeitraum der Residenz ein Ort non-verbaler Kommunikation, in dem Materialien und Stimmungen zu Wort kommen, eine neue künstlerische Logik und der gleichberechtigte Diskurs erprobt werden kann. Tanz- und Bewegungstechniken sind die Mittel der improvisierenden Performerinnen, die mittels Video- und Tonaufnahmegeräten begleitet werden. Diese begleitenden Medien werden als Idee einer audiovisuell kommunizierenden Dramaturgie eingesetzt, die beobachten, reflektieren, kommentieren und intervenieren kann.

Hier ein Einblick in ihre Arbeit:

Jörg Schur

Feindbild gesucht. Nörgeln, Lästern, Hassen.

In seiner Forschungs- und Recherchearbeit spürt der Schauspieler Jörg Schur nicht nur Hasskommentare auf, er dokumentiert sie und hält sie künstlerisch in Schrift und Bild fest. 'Hater', die unter dem "Deckmantel der Anonymität" all ihre Hasstiraden in die Welt schleudern, sollte man nicht unkommentiert lassen.

Rainer Hartmann

KALA HU Multimediales Tanz-Konzept

KALA HU ist die Recherche zu einem multimedialen Tanz-Event. Energetische Beats, Live-Percussion, plastische Projektionen und Tänzer*innen verschmelzen zu einer bewegten und bewegenden Performance.

Marius Alsleben

VATER HASE

Im Recherchevorhaben VATER HASE untersucht Figurenspieler Marius Alsleben die zwischenmännliche Vater/Sohn-Beziehung. Sein Partner bei der Recherche: ein Plüschhasenkostüm!

Petra Wintersteller

CLARA IMMERWAHR

Verheiratet mit dem Erfinder der Massenvernichtungswaffe Giftgas und selbst Chemikerin, wählt Clara Immerwahr kurz nach dem ersten Giftgasangriff den Freitod. Petra Wintersteller begibt sich auf die Suche nach der Geschichte hinter diesem Ereignis.

Lisa Fertner

KONKURRENZ

Von klein auf lernen wir „Wer besser ist, gewinnt.“ und je mehr Konkurrenten es gibt, umso größer wird der Erfolg angesehen. Können wir aber noch zwischen messbarer Leistung und Mensch unterscheiden? Wo fängt unser Selbstwert an und wo hört die Orientierung an dem Leben anderer auf? Lisa Fertner untersucht das Thema ‚Konkurrenz‘ im Kopfkino - denn zumindest dort, meint sie, können wir sie streichen.

Sarah Hieber

DIE DAME IN PROSA UND DER KAVALIER AM KLAVIER 2.0

Sarah Hieber sucht in ihrer Recherche allerlei Lieder, forscht nach Gedichten und fischt nach Wortschätzen für „Die Dame in Prosa und der Kavalier am Klavier 2.0“.

Karin Krug

IN DER FERNE GANZ NAH!

In ihrem Projekt „In der Ferne ganz nah“ versucht Karin Krug, ein in einer liberalen Gesellschaft ausgelebtes fundamentales Grundbedürfnis, das aber zu den am meisten eingeschränkten Bedürfnissen während der Corona-Pandemie gehört theatral zu befriedigen: die Sehnsucht nach anderen Orten, das Reisen in andere Länder und das Begegnen anderer Menschen.

Dörte Trauzeddel

DIE MÖWE WALENTINA

1963 umrundet die 26 jährige Walentina Tereschkowa als ersten Frau 48 mal die Erde. Fast 3 Tage fliegt sie allein in einer winzigen Raumkapsel durchs Weltall. Diese Situation untersucht Dörte Trauzeddel auf ihre dramatische Wirkung und Umsetzbarkeit.

Jana Vetten

FLEXING DREAMPATH

Gibt es ein weibliches Pendant zum Flaneur? Wie sieht eine Stadt aus, in der Frauen* so unbeschwert wie Männer durch urbane Landschaften streifen können? Unterschiedliche Stimmen von Frauen* begleiten im Audiowalk "Flexing Dreampath" die Flaneusen auf ihrem Gang durch die Städte. Eine Anleitung zur Aneignung von Jana Vetten.

Philipp J. Neumann

DAS ENDE DER SCHWERKRAFT

Verschwörungstheorien sind für einige Menschen ein Handlauf, eine einfache (und dabei oft viel komplexere) Erklärung für schwer fassbare Ereignisse, eine Form der Schuldzuweisung in unsicheren Zeiten oder schlichtweg Glaubensersatz in einer verstärkt säkularen Welt. Philipp J. Neumann taucht mit seiner Recherche ein in eine Parallelwelt mit verrückten, faszinierenden und erschreckenden Weltbildern.

Marc Schmolling

TURN OUT THE STARS

In Marc Schmollings Forschungsvorhaben „Turn Out The Stars“ wird untersucht, ob und wie Theater im kompletten „Black“ möglich ist. Wie können allein Klang, Geräusche und Musik die Geschichte erzählen? Und was passiert bei absoluter Stille? Was muss man verbalisieren, was nicht? Möglichkeiten, Techniken und deren Wirkung werden hierzu recherchiert und analysiert.

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